Tätowierungen



Ursprünglich stammen Tätowierungen aus Tahiti, Samoa, den pazifischen Inseln Polynesiens. Auch die Eskimos haben eine lange Tradition. Ganz besonders ist in Japan diese Form der Körperkunst hoch angesehen. Für Eingeborene war der Körperschmuck ein Symbol für Mut, Stärke, Fruchtbarkeit und Glück. In Völkerstämmen waren diese Symbole eine Errungenschaft, die man unter Beweis stellen musste. Je nach Rang und Ansehen durften Tätowierungen getragen werden.

Inzwischen hat sich diese Art des Körperschmucks zur ästhetischen Bereicherung etabliert, der von allen Schichten unserer Bevölkerung getragen wird. So finden sich unter Notaren, Rechtsanwälten und Finanzkaufleuten ebenso tätowierte und gepiercte Menschen, wie unter Künstlern und modebewussten Jugendlichen.

Piercing



Piercing -engl. to pierce: durchbohren
durchstechen
durchstossen
durchdringen


Das Piercing ist keine Neuerscheinung unserer Zeit. Seinen Ursprung kann man durch jedes Zeitalter und jeder Gesellschaftsordnung zurückverfolgen. In seiner magisch- oder mystischen Absicht wollte man den Glauben an eine höhere Instanz bekunden. Die Formen richten sich nach Kulturen, Epochen und Orten. Das Durchstechen eines Körperteils war ein Ritual verschiedener Lebensabschnitte. Es war ein Symbol für Sippenzugehörigkeit, Reichtum, Adeligkeit Mut, Stolz und vieles mehr. In den Sippen wollte man das Ansehen im eigenen Volksstamm erhöhen. Damit wurde die opferbereite Unterwerfung gegenüber den Göttern bekundet, wie z.B. das Durchbohren der Zunge bei den Mayas oder wie heute noch praktiziert, das rituelle Durchlöchern der Wangen in Indien und Indonesien.

Schon die alten Inkas und Azteken hatten Ohrpflöcke als Zeichen eines hohen Sozialstatus. Die Ägypter trugen Bauchnabelringe als Zeichen der Adeligkeit. Die römischen Centurios trugen Brustwarzenringe als Ausdruck ihrer Männlichkeit und ihres Mutes. Auch die Eskimos trugen aus rituellen Gründen Wangenpiercings mit Walfischknochenscheiben. Bekannt sind auch einige afrikanische Volksstämme, die das so genannte Labret zu Tellerlippen weiten und dadurch das Ansehen im Stamm erhöhen.

Das Piercing hatte fast immer ausschliesslich religiöse Hintergründe. Piecings im Ohr standen für umfassende Informationen und am Mund für Mitspracherecht, der Nasenschmuck dagegen für ein sicheres Gespür. Außerdem diente der Schmuck als Schutz vor dem Eindringen böser Geister und gegen das Entrinnen der Seele aus dem Körper.

Auf ähnliche Weise hat das Piercing in unserer westlichen Welt Anklang gefunden. Während der siebziger Jahre, ist es durch Menschen, die mehr oder weniger zu Randgruppen zählten, verbreitet worden. Das Piercing war oft eine Ausdrucksform der Aufsässigen, eine Möglichkeit, die Gesellschaft zu provozieren.

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