An dieser Stelle möchte ich Ihnen eine kleine selbsterlebte Geschichte erzählen.

Ich besuchte in München die internationale Herbstmesse "Cosmetica". Mir fiel oben ein Messeraum auf, in dem sich sehr viele Messebesucher aufhielten. Das machte mich ganz neugierig. Dort wurde tätowiert und gepierct. Eine völlig unsterile Umgebung, in der ich mich da begeben hatte. Ich dachte, wie geht das und schaute eine kleine Weile zu, bewunderte die, die den Mut hatten, sich dort auf die Liege zu legen, wo doch alle zusehen konnten. Ich verliess den Raum wieder, kehrte aber nach nicht all zu langer Zeit dorthin zurück ;-) Lange Worte, kurzer Sinn, ich entschied mich für ein linkes Augenbrauenpiercing. Aus der Vitrine durfte ich mir den Schmuck aussuchen, egal was, für eine Beratung war keine Zeit, die anderen drängelten schon. Ich suchte mir einen Stab aus Gold, mit einem kleinen Zikonia, aus. Hübscher Schmuck dachte ich, unterschrieb die Vereinbarung zahlte an der Kasse und schon befand ich mich auf der Liege.

Nichts ahnend, über nichts nachgedacht, nicht aufgeklärt und schon ging es los. Up´s, ein kleiner Schmerz und schon hatte ich mein neues Augenbrauenpiercing. Es blutete zwar, aber das war nicht so schlimm. Die Blutung beruhigte sich nach ca. einer halben Stunde und dann konnte ich gehen. Jetzt war ich auch ein wenig stolz und das Piercing gefiel mir sehr gut.

Am Sonntagabend reiste ich wieder nach Bonn zurück und der Alltag hatte mich wieder, mich und mein neues Piercing ;-) Nach drei Tagen begann dann mein Dilemma. Meine Augenbraue war geschwollen, feuerrot und heiss. Oh je was tun, niemand hatte davon Ahnung, keiner konnte mir helfen.

Ich suchte Piercer auf, die nichts davon wissen wollten. Dann fand ich eine Piercerin, die mich endlich von diesem Schmuck befreite, der sich bereits schon in die Augenbraue gezogen hatte. Ich war ihr so dankbar, aber meine Augenbraue wurde dadurch nicht mehr besser. Im Gegenteil, nach ein paar Tagen zog sich die Schwellung bis tief in die linke Gesichtshälfte, das linke Auge war zugeschwollen. Ich sah fürchterlich aus, wusste mir nicht mehr zu helfen und suchte einen Arzt auf. Der schickte mich weg, behandelte mich wie eine Aussätzige. Ich sollte zu denen gehen, die das verursacht haben ;-(. Die kannte ich doch aber nicht. Das gleiche erlebte ich noch bei zwei weiteren Ärzten, bis ich einen Arzt gefunden hatte, der sich meiner annahm, anfangs nicht sonderlich nett, aber er hörte mir zu und er versuchte mir zu helfen. Er verschrieb mir eine Salbe, die aber auch nicht half. So musste ich dann an der Augenbraue operiert werden, es wurde Gewebe entnommen. Einmal reichte aber nicht, er hat mich insgesamt viermal operiert. Nach ca. 8 Wochen war dann alles wieder gut.

Nein, gut war es noch lange nicht, denn jetzt wollte ich wissen, was beim Piercen passiert ist und warum. Ich begann eine Ausbildung zur Freihandpiercerin und legte nach meiner Ausbildung eine Prüfung mit medizinischem Hintergrundwissen ab.

Was will ich mit meiner Geschichte sagen:

  • Keine Beratung
  • Eine völlig unsterile Umgebung
  • Falscher unsteriler Schmuck
  • Zu lang gepierct für den zu kurzen Schmuck (Wundflüssigkeit konnte nicht austreten)
  • Keine Pflegeanleitung - kein Pflegemittel
Hinschauen, wo man sich piercen lässt. Vorher informieren und dann das richtige Studio wählen! Lasst die Finger von Jahrmärkten und Messen. Schaut nicht nur auf die Preise, billig ist zwar nicht immer schlecht, aber hinterfragt den Preis, warum ist es wohl viel billiger, als in anderen Studios.


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